Der Herbst kommt jedes Jahr, und jedes Jahr erwischt er einen irgendwie unvorbereitet. Die ersten richtigen Regentage kommen, man schaltet die Wischer an – und merkt, dass die seit dem Frühjahr kaum benutzt wurden und in der Sommerhitze still vor sich hin gealtert sind. Schmieren, quietschen, schlieren. Dabei wäre es so einfach gewesen.
Der Herbst ist aus einem einfachen Grund der richtige Zeitpunkt für eine Wischer-Kontrolle: Die Anforderungen steigen schlagartig. Mehr Regen, mehr Schmutz auf den Straßen, kürzere Tage mit mehr Gegenlichtsituationen – und gleichzeitig sind die Wischer nach dem Sommer oft in ihrem schlechtesten Zustand des Jahres.
Was der Sommer mit Wischern macht
Wer sein Auto im Sommer regelmäßig in der Sonne parkt, hat Wischergummis, die UV-Strahlung und Hitze ausgesetzt waren. Gummi verhärtet unter diesen Bedingungen schneller als durch normalen Gebrauch. Die Lippe verliert Flexibilität, die Oberfläche wird leicht rau – beides macht sich erst bemerkbar, wenn der Wischer das erste Mal bei Regen ernsthaft gefragt ist.
Dazu kommt der Sommerschmutz: Harz von Bäumen, Insektenrückstände, Pollen. All das setzt sich auf Scheibe und Gummilippe ab und bildet einen Belag, der beim ersten Herbstregen nicht einfach weggewischt wird – sondern als Schmierfilm verteilt.
Was jetzt zu tun ist
Eine Herbstvorbereitung muss kein großes Projekt sein. Die wichtigsten Schritte dauern zusammen kaum eine Viertelstunde.
Zuerst die Scheibe: Eine gründliche Entfettung entfernt die Sommerrückstände, die sich über Monate aufgebaut haben. Wer das weglässt, kämpft den ganzen Herbst mit Schlieren – egal wie gut der Wischer ist. Ein Scheibenreiniger-Konzentrat ist hier das richtige Mittel, von Hand aufgetragen und sauber abgewischt.
Dann die Gummilippe: Mit einem feuchten Tuch einmal entlang der gesamten Lippe ziehen. Wenn schwarzer Abrieb kommt, war es nötig. Wenn die Lippe danach trocken oder leicht hart wirkt, ist ein Gummipflegestift sinnvoll – er gibt dem Gummi Geschmeidigkeit zurück und bereitet es auf die feuchten Monate vor.
Und das Wischwasser: Wer noch eine Sommermischung oder reines Wasser im Behälter hat, sollte jetzt umstellen. Eine frostsichere Mischung gehört spätestens im Oktober rein – nicht erst wenn der erste Frost angekündigt wird. Wer das zu spät macht, riskiert eingefrorene Leitungen genau dann, wenn man sie braucht.
Laub ist unterschätzter Schmutz
Ein Herbstspezifikum, das gerne vergessen wird: Laub. Feuchtes Laub auf der Scheibe hinterlässt Gerbstoffe und organische Rückstände, die sich mit der Zeit in die Glasoberfläche einarbeiten. Wer regelmäßig unter Bäumen parkt, sollte die Scheibe in der Laubsaison öfter reinigen – nicht nur abwischen, sondern wirklich entfetten.
Dasselbe gilt für die Wischergummis. Laubrückstände auf der Lippe erzeugen beim Wischen eine ungleichmäßige Oberfläche, die Geräusche und Schlieren produziert. Ein kurzes Abwischen nach dem Freikratzen oder Freiräumen der Scheibe kostet wenig und spart Frust.
Der Übergang zum Winter
Wer die Herbstvorbereitung erledigt, hat gleichzeitig einen guten Teil der Wintervorbereitung schon abgehakt. Frostsicheres Wischwasser ist drin, die Gummis sind gepflegt, die Scheibe ist sauber. Was im Winter noch dazukommt – Enteisen, Frostschutzkontrolle, Wischer bei Frost nicht festgefroren anlaufen lassen – ist dann ein überschaubarer Rest.
Der Herbst ist kein schlechter Zeitpunkt, um einmal kurz innezuhalten und zu schauen, ob die Wischer noch das leisten, was sie sollen. Im Winter merkt man es sowieso – besser vorher.